Erwachsene Kinder, die sich mit der Beziehung zu den Eltern beschäftigen, sich ablösen und mehr sie selbst werden? Das ist ein Kernthema von vielen psychotherapeutischen Prozessen und in der Persönlichkeitsentwicklung. In einer Gesellschaft der Langlebigkeit verändern sich die Fragestellungen, Herausforderungen und psychischen Dynamiken zwischen den Generationen immer wieder - von Dekade zu Dekade, in denen man den eigenen Eltern begegnet. Denn eins hat sich in den letzten hundert Jahren geändert: Während Erwachsene Kinder und ihre Eltern früher eher 20 bis 40 gemeinsame Jahre Lebenszeit hatten, sind es heute bis zu 70 Jahren. Die so veränderten Beziehungen werfen andere Fragestellungen und Konflikte auf, die auch in Psychotherapien oft Thema sind. Drei Beispiele:
· Junge Erwachsene bleiben länger in einem Übergangs-Zustand hin zum Erwachsensein (emerging adulthood), hier entstehen häufig seelische Krisen, aber auch Interessens- und Rollenkonflikte zwischen erwachsenen Kindern und Eltern.
· Das Alter, in der erwachsene Kinder sich um ihre alten Eltern kümmern, verlagert sich immer weiter nach hinten – in eine Zeit, in der erwachsene Kinder oft extrem eingebunden sind oder selbst schon nicht mehr so belastbar sind. Dadurch entstehen Konflikte und Erschöpfungszustände.
· Wenn die Beziehung zwischen erwachsenen Kindern und Eltern ohnehin belastet ist oder kaum Kontakt besteht, ziehen sich alte Konflikte, Schuld- und Schamgefühle vor allem auf Seiten der erwachsenen Kinder oft über Jahrzehnte, finden schwer einen Abschluss.
In diesem Vortrag geht es um die Veränderungen der lebenslangen Eltern-Kind-Beziehung, um prototypische Umbrüche und Konflikte. Wir beleuchten, wie Menschen die psychischen, emotionalen und praktischen Herausforderungen gestalten können. Es hilft, die Beziehung zu Vater und Mutter zu klären, Schuldgefühle zu überwinden, eigene Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und Wege zu finden, über belastende Themen wie Krankheit und Pflege zu sprechen. Die vorgestellten Sichtweisen und Interventionen stammen aus der Gerontologie, Entwicklungspsychologie, Pflegewissenschaft. Zentral ist das Konzept der „filialen Reife“ - mit dem man üben kann, als erwachsenes Kind den Eltern gegenüber souveräner und reifer zu handeln.
In diesem Vortrag wird es immer wieder Gelegenheiten gehen, Fragen zu stellen, zu reflektieren und Beispiele aus der eigenen Arbeit mit Patientinnen und Klienten vorzustellen, oder aus dem Umgang mit den eigenen Eltern.
Psychologische und ärztliche Psychotherapeut*innen; Kinder-und Jugendlichen Psychotherapeut*innen, Interessierte aus anderen klinisch tätigen Berufsgruppen wie Pflegefachkräfte, Körpertherapeuten, Kunsttherapeuten, Heilpraktiker, Psychologen etc..
Ein Antrag auf Akkreditierung dieser Veranstaltung ist bei der LandespsychotherapeutenkammerBaden-Württemberg gestellt. Die Punkte werden in der Regel von allen Psychotherapeuten- und Ärztekammern in Deutschland, Österreich und der Schweiz anerkannt. Im Anschluss an die Veranstaltung erhalten Sie automatisch eine E-Mail mit Ihrer Teilnahmebescheinigung und Ihren Fortbildungspunkten.
Sie benötigen ein internetfähiges Endgerät (Computer, Tablet oder Smartphone) mit Lautsprechern und eine stabile Internetverbindung. Der Vortrag wird über die Zoom Webinarplattform (nicht als Zoom-Meeting) abgehalten. Als Teilnehmer*in sind Sie nicht über die Kamera sichtbar und können Ihr Mikrofon nicht nutzen. Sie haben aber die Möglichkeit, über den Chat und über "Fragen/ Antworten" aktiv an der Veranstaltung teilzunehmen.
Sie erhalten am Tag der Veranstaltung den Zoom-Link zur Teilnahme und die Veranstaltungsunterlagen per E-Mail zugesandt. Zur Teilnahme müssen Sie lediglich den Link anklicken und das Webinar/ Meeting wird automatisch in Ihrem Browser geöffnet.
18.00 - 19.30
Online via Zoom
2 Punkte