Wir leben in einer Empörungsgesellschaft, in der Hassrede, radikalisierte Meinungen und offen ausgelebte Vorurteile immer alltäglicher werden. Die Frage, wie es dazu kommt, welche Emotionen und Dynamiken dabei eine Rolle spielen, ist nicht nur aus politischer, sondern auch aus psychologischer Sicht interessant. Gleichzeitig zeigt sich die gesellschaftliche Entwicklung auch in psychotherapeutischen Arbeitsfeldern und in der Arbeit mit Klientinnen und Klienten. Was tun, wenn in einer Gesprächsgruppe ein Mitpatient rassistisch abgewertet wird, wenn Verschwörungsnarrative in der Wahrnehmung von Patientinnen einen großen Raum einnehmen oder wenn sehr weit auseinandergehende politische Meinungen ein Klinikteam zu sprengen drohen.
In diesem Vortrag beleuchte ich aus individualpsychologischer, sozialpsychologischer und zum Teil auch systemischer Sicht, wie es zu Ressentiments, Radikalisierung und Empörungsreflexen kommt, was sie aktiviert, verstärkt, was sie befriedet und wie man sie einhegen kann. Die Erklärungen und Modelle zu kennen, verhilft zu mehr Klarheit und Orientierung im Umgang mit radikalen Positionen oder Hate Speech, erleichtert so den Umgang mit anderen in Alltag, Beruf und Therapiepraxis. Es entsteht eine neue Haltung, in der man sicherer entscheiden kann, in welchen Situationen es sinnvoll ist, Position zu beziehen, wann es passt, ins Gespräch zu kommen - und wo jede Diskussion zwecklos sind. Dabei stelle ich verschiedene Beispiel-Situationen vor, auch aus der therapeutischen, beraterischen Arbeit. So bekommen Sie Handlungs- und Kommunikationsmöglichkeiten die zu psychologisch, psychosozialen und psychotherapeutischen Settings und zur Rolle passen. Unter anderem stelle ich die Technik der „radikalen Höflichkeit“ vor. Wichtig: Im Vortrag gibt es immer wieder Gelegenheit für Fragen und Reflexion, Sie können dort auch eigene Beispiele und Beobachtungen einbringen.
Psychologische und ärztliche Psychotherapeut*innen; Kinder-und Jugendlichen Psychotherapeut*innen, Interessierte aus anderen klinisch tätigen Berufsgruppen wie Pflegefachkräfte, Körpertherapeuten, Kunsttherapeuten, Heilpraktiker, Psychologen etc..
Ein Antrag auf Akkreditierung dieser Veranstaltung ist bei der LandespsychotherapeutenkammerBaden-Württemberg gestellt. Die Punkte werden in der Regel von allen Psychotherapeuten- und Ärztekammern in Deutschland, Österreich und der Schweiz anerkannt. Im Anschluss an die Veranstaltung erhalten Sie automatisch eine E-Mail mit Ihrer Teilnahmebescheinigung und Ihren Fortbildungspunkten.
Sie benötigen ein internetfähiges Endgerät (Computer, Tablet oder Smartphone) mit Lautsprechern und eine stabile Internetverbindung. Der Vortrag wird über die Zoom Webinarplattform (nicht als Zoom-Meeting) abgehalten. Als Teilnehmer*in sind Sie nicht über die Kamera sichtbar und können Ihr Mikrofon nicht nutzen. Sie haben aber die Möglichkeit, über den Chat und über "Fragen/ Antworten" aktiv an der Veranstaltung teilzunehmen.
Sie erhalten am Tag der Veranstaltung den Zoom-Link zur Teilnahme und die Veranstaltungsunterlagen per E-Mail zugesandt. Zur Teilnahme müssen Sie lediglich den Link anklicken und das Webinar/ Meeting wird automatisch in Ihrem Browser geöffnet.
18.00 - 19.30
Online via Zoom
2 Punkte